Nächste Liveauftritte

Runding2011

Mittelbayrische    REGION CHAM    Donnerstag, 27.November 2017 

 

Musik

(Fast) so gut wie Simon & Garfunkel

 

Die Revival-Band der Pop-Legende gab zwei begeisternde Konzerte in der Rundinger Liederbühne – so gut wie das Original.
Von Petra Schoplocher

 

 

Runding. Das „Leilalei“ aus dem weltbekannten „Boxer“ durchdrang noch den Saal, als die Musiker längst nicht mehr auf der Bühne standen – soweit muss man sein Publikum erst einmal bringen. Das war nicht der einzige Nachklang, den die Simon & Garfunkel Revival Band am Samstag Abend in der Liederbühne Robinson erzeugt hat. Es dürfte wohl keiner ohne einen Ohrwurm der geschichtenerzählenden Liedermacher gegangen sein.

Den Liedfetzen „Feelin groovy“ hatten die Musiker und Sänger um Revival-Band Gründer Michael Frank als Parole ausgegeben – und das an zwei Tagen ausverkaufte Haus ließ sich nicht lange bitten. Kaum hatten Michael Frank und Guido Reuter musikalisch losgelegt, wippten und summten schon die ersten mit: Homeward Bound hatte sich die Band für den Einstieg ausgedacht. Von der ersten gesungenen Zeile an war klar: Die „Jungs“, die da auf der Bühne stehen, lieben nicht nur das, was sie tun, sie können es auch perfekt.

Augen zu, Ohren auf und – richtig, im Central Park, bei jenem genialen Reunion-Konzert von Art Garfunkel und Paul Simon, wird es nicht anders gewesen sein. Bei aller Nähe zum Original aber – und dem waren sie sehr nah – schafften es Guido Reuter (mit dem Part von Art Garfunkel) und Michael Frank aber, die Hits gefühlvoll und mit eigener Handschrift zu hinterlegen.

Ein Übriges taten die kongenialen Musiker-Kollegen Mirko Sturm am Schlagzeug und Multitalent Sebastian Fritzlar (Gitarre, Klavier, Trommel und Bass), deren Spielfreude und Können mit den Sängern gleichermaßen ein begeisterndes Wechselspiel erzeugte wie mit dem Publikum.

 

Im Robinson „wie daheim“

 

Es wundert wenig, dass die Band gerne mal Theatersäle mit 1000 Personen füllt, wie jüngst in Holland. Bei Liederbühnen-Chef Walter Thanner und seinem Team fühlten sie sich aber wie Zuhause, verriet Michael Frank gleich zu Beginn. „Die wissen schon ganz genau, wann wir einen Kaffee brauchen“. Da glaubt man dann auch fast, dass der „Markt“ in Runding ei ganz besonderer ist: der, auf dem die Geschichte von Scarborough spielt, jenem englischen Volkslied, das Simon & Garfunkel weltberühmt gemacht haben und dessen Interpretation durch Frank/Reuter sicher auch ihren Namensgeber gefallen hätte.

 

Auch zu „America“ („Eigentlich wollten wir das an anderer Stelle spielen, nämlich America first“) oder „50 ways to leave your lover“ fiel den Frontmännern eine hintersinnige oder augenzwinkernde Ankündigung ein. Als Höhepunkt erwies sich „Cecilia“, das als zweite von drei Zugaben später noch einmal recycelt wurde. Und ob „Bright Eyes“, „The Boxer“ oder „Call me Al“, ob schnell oder langsam; Handwerklich war das alles perfekt.

Michael Frank war nach jedem Song die Freude anzusehen, dass dieser „funktioniert“ hat, und Walter Thanner, der die Band im kommenden Jahr wieder nach Runding holt, genoss das Konzert wie die Gäste. „Es ist immer wieder toll“, meinte er. Das sahen auch die Zuhörer so, die am Ende sogar zum Teil aufgesprungen waren und hartnäckig Zugaben forderten. Die erste, Bridge over troubled water, war ein weiteres Juwel in der Diamantenkette.

 

Sie kommen wieder

 

Kurz darauf Backstage: In die Freude über den zweiten gelungenen Gig mischt sich leichte Abschiedsstimmung, schließlich muss die Band tags darauf nach zwei Tagen im Bayerischen Wald weiter. Aber im April kommen sie ja wieder, und es wird sein wie immer. Walter Thanner: „Wir können im Frühjahr einen Satz zu Ende sprechen, den wir im Winter begonnen haben“. Ganz sicher kann auch das Publikum genau an der Stelle in „The Boxer“ wieder einsteigen – Genauso sicher wie jeder, der am Wochenende da war, genau das wollen wird.